Gold Coast Racers & Grid Girls

Ein Rennwochenende wie man es sich vorstellt - bei sengender Hitze von 30 Grad und gnadenlos wenigen Ruhezonen machten wir uns auf in die Boxengasse und arbeiteten uns von dort durch das Grid. Das Indycar Racing Event verlockte uns an diesem Sonntag, dem letzten Renntag, mit seinem Leitspruch "The Heat is on" zum erstmaligen Stattfinden in Australien. Die Gold Coast war die einmalige Chance ein Rennen unter Palmen und über einem sich in der Hitze spiegelnden Racing Track in einem Korsett enger als das Straßenpflaster Monacos, durch enge Schluchten von Hochhäusern flankiert, zu erleben.


Die Firefighter, Hubschrauber und Luftschriftzeichner

Keith, Paderigh und ich, zwei Iren und ein Deutscher, entschieden uns am Vorabend nach dem allwöchentlichen Golfen für das Rennen - Sprüche fielen - "we go off to a race" (macht Euch fürs Ausgehen schick). Nie zuvor waren wir Mannen an einem Rennwochenende dabei. An der Kasse entschieden wir uns kurzfristig doch nicht für die 500$ Gold Grandstand Karten, hatten also nicht die Vorzüge, das Rennen von Tribünen aus zu sehen. Drum mussten wir in den Gassen am Rande des Racing Tracks, der früheren Fernstraße Goldcoast Road, bleiben, der sich eng am Track einherschlängelt. Nach dem obligatorischen Hot Dog am Stiel (wieder einmal grandios, Australia, arr) gab es natürlich - was sonst fehlt bei einem ordentlichen Rennen noch - einen Einstand am Bierstand - XXXX, Hahn und Rum Cola.


Paderigh posiert vor seiner Leidenschaft, der Harley

Hier am Bierstand überraschte uns, es schien die Welt einzustürzen, der alles durchdringende Schall der Firefighter, die in modernster Technik in voller Kampfausstrattung von der australischen Luftwaffe präsentiert wurden. Der Geschwindigkeit zuzuschreiben gibt es keine Fotos von ihnen. Über der gesamten Strandkulisse gab es aber ständige Hubschrauber - Transitflüge waren für 120$ zu haben - und beflaggte Hubschrauberwerbereklamen, der Himmel voll mit bemannten Flugobjekten.


Foto aus den engen Durchgängen vor der aufheulenden Motorschar

Das Rennen war überraschend unanstrengend, wurde beim guten Bier und der Hitze auch nur nebenläufig zum Thema. Interessant waren hier vor allem die Autos und gute Bilder aus dem Pit. Die Australier waren nach der Australia Fair und Waltzing Matilda noch immer ruhig und gelassen, die Campingstühle blieben das Rennen über an der Strecke - Viertages-Campingtouristen gibt es hier zuhauf - und das Rennen selber war wirklich überraschend voll, wer hätte das gedacht, denn es gibt ja weitaus viele Lieblingssportarten der Australier - Autorennen gehören nicht dazu.


Die Indycars kamen triefenden Menschenmassen wie uns hautnah

Es war das erste Indy Racing 300 Event nach der Unification in Australien und wurde durch eine echte Überraschung - wir kommen gleich dazu - einhellig gefeiert. Anfang des Jahres gab es die "Racing Unification", ein Abkommen, um das zweigeteilte amerikanische Renngeschehen international auszuweiten, und zwar unter einer einheitlichen Rennserie (vorher Champ Car World Series und Indy Series). Die Menge jubelte doch ganz einhellig, nicht übertrieben oder patriotisch, vor sich hin, als am Schluss, wohl das erste Mal in der Indy Racing Series Geschichte, ein Australier - Ryan Briscoe - gewann. Bis zum Ausschank und der Trophy presentation schafften wir es aber nicht mehr, das war einem harmoniebedürftigen Iren dann doch zu überfüllt und rabiat.


Auch Boxenluder fuhren uns vor das Grid

Wenn auch etwas teuer, so ist ein Rennwochenende doch einfach mal etwas, dass der gemeine Mann einmal im Leben gemacht haben muss. Nebenbei ein Kommentar von mir, ohne Boxenludern in die Arme zu fallen kommt man nicht durch den Racing Track, also sollte sich niemand von Euch über die entstandenen Bilder wundern
Winking

Zurück zum Rennalltag im Büro - eine schöne Woche - wünscht, crushed down Alex
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